Eine Win-win-Situation für Georgios und die HLS

Arbeits- und Praktikumsplätze für Menschen mit Einschränkungen

Seine Lehrerin Heike Bareiß in der Berufsvorbereitenden Einrichtung Schwäbisch Gmünd (BVE) beschreibt den 18-jährigen Georgios als einen ehrgeizigen und wissbegierigen jungen Mann. Seine Chefin Ute Rieck bei der Haus Lindenhof Service GmbH (HLS) erlebt ihn als einen sehr zuvorkommenden, freundlichen Menschen. Mittlerweile. Denn das war nicht immer so. Georgios leidet an einer Angststörung, die vorwiegend im Kindes- und Jugendalter auftritt. Er kann mit Menschen, die ihm nicht vertraut sind, nicht sprechen. Deshalb habe man ihn zunächst als offensichtlich sehr unhöflich kennen gelernt, erinnert sich Rieck. Nicht einmal ein „Guten Morgen“ kam ihm über die Lippen, wenn er morgens zur Arbeit kam. Doch nun habe er Vertrauen gefasst und sein wahrer Charakter trete zum Vorschein. Georgios arbeitet in der HLS im Bereich „A-Check“, der Prüfung ortsveränderlicher Elektrogeräte. Sein Einsatz dort ist vielfältig, in Unternehmen, aber auch Rathäusern oder Schulen. In der ganzen Region prüft er mit seinen Kollegen Elektrogeräte auf ihre Sicherheit.

Drei Jahre wurde Georgios von der BVE gefördert und begleitet. Die Berufsvorbereitende Einrichtung Schwäbisch Gmünd ist eine Maßnahme für Schülerinnen und Schüler mit Einschränkungen und dient neben der Vorbereitung auf ein möglichst selbstständiges Erwachsenenleben, der beruflichen Qualifizierung, sozialen Eingliederung und Übergangsbegleitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Dazu gehören Berufsschulunterricht, Arbeitsprojekte und Praktika.

Ein erstes Praktikum hat er in der Werkstatt am Salvator der Stiftung Haus Lindenhof absolviert, ein zweites dann in der Haus Lindenhof Service GmbH. Die HLS bietet als Inklusionsbetrieb und Tochterunternehmen der Stiftung Haus Lindenhof Dienstleistungen rund um Immobilien und in besonderer Weise Menschen mit Handicaps Arbeitsplätze auf dem ersten allgemeinen Arbeitsmarkt. Seit kurzem hat auch er hier einen festen Arbeitsplatz. Darüber ist er sehr glücklich, denn hier hat er die Arbeit gefunden, die ihm Spaß macht. Im Moment assistiert er seinen Kollegen noch bei der Prüfung der Elektrogeräte, doch er hat den Wunsch, sich weiter zu qualifizieren, damit er die erforderlichen Messungen auch selbst vornehmen kann. „Er ist sehr ehrgeizig und gibt nicht auf. Und das immer mit einem Lächeln im Gesicht“, bescheinigt ihm Sonderschullehrerin Heike Bareiß. „Aber wir sind auch sehr froh, dass es Betriebe wie die HLS gibt“, fügt sie hinzu. Es sei nicht immer leicht, Betriebe zu finden, die Arbeits- und Praktikumsplätze anbieten, um Menschen mit Einschränkungen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bieten. „Für Georgios und die HLS ist es zu einer echten Win-win-Situation geworden“, freut sie sich, das sei echte Inklusion. Aber damit es zu solchen, für alle bereichernden, Win-win-Situationen kommt, sei oftmals viel Geduld nötig und Betriebsabläufe, die die erforderliche Begleitung und Unterstützung sicherstellen. Viele dieser jungen Menschen brauchen einfach nur lange genug Zeit, um sich entwickeln und ihr Potential zum Einsatz bringen zu können, wissen beide, Ute Rieck und Heike Bareiß, aus langer Erfahrung. Und sie brauchen das Verständnis ihrer Kolleginnen und Kollegen für ihre individuellen Einschränkungen.